Fondsmanagerselektion – Qualität statt Quantität

Meritum Capital nutzt konsequent die ganze Bandbreite von möglichen Investmentmöglichkeiten im Sinne der Anleger. Dazu gehört auch, dass in aktiv gemanagte Zielfonds investiert wird. An früherer Stelle wurde bereits erläutert, wann in passive Fonds (ETFs) und aktiv gemanagte Fonds investiert wird. Hier geht es um die Frage, wie die richtigen aktiven Manager selektiert werden.

In klarer Abgrenzung zu vielen anderen Marktteilnehmern wird bei Meritum Capital ein eindeutiger Schwerpunkt auf die qualitative Analyse gelegt. Die Zielsetzung ist Fonds auszuwählen, die zukünftig einen Mehrwert für das Portfolio liefern. Dafür bedarf es in erster Linie eines tiefgreifenden Verständnisses, wie ein Fonds gemanagt wird. Dies bezieht sich auf den Managementprozess und vor allem auf den Fondsmanager selbst, der letztlich die Entscheidungen trifft.Somit steht das Gespräch mit dem Fondsmanager im Vordergrund der Analyse.

Folgende Themenbereiche werden dabei schwerpunktmäßig abgearbeitet:

  • Beschreibung der Managementstils in den eigenen Worten des Fondsmanagers
  • Reflexion des Stils anhand der aktuellen Portfoliopositionierung und vergangener Transaktionen. Wird der Stil konsequent gelebt?
  • Diskussion von Einzelpositionen: Welches Verständnis hat der Manager z.B. zur Positionierung eines Unternehmens im Wettbewerb und wie differenziert er sich gegenüber dem Markt in seiner Beurteilung eines Titels.
  • Diskussion von Titeln, die nicht im Portfolio sind: Welches Verständnis hat der Manager vom Gesamtuniversum und insbesondere Titeln, die in Zusammenhang mit bestehenden Portfoliopositionen stehen (z.B. Wettbewerber oder Zulieferer)
  • Diskussion zum Risikomanagement, der Portfoliokonstruktion und dem Umgang mit Portfolioinvestments, die nicht aufgehen.

Ob und wie hoch ein Zielfonds in das Portfolio von Meritum Capital aufgenommen und gewichtet wird, hängt dann von mehreren Faktoren ab. Dazu gehört, wie die Anlageklasse insgesamt eingeschätzt wird. Wichtig ist aber auch die Frage, wie ein Managementstil im Einklang mit der Einschätzung zur Anlageklassen von Meritum Capital steht und wie sich das Risikoprofil eines Zielfonds zum Risikoprofil des Gesamtportfolios ergänzt. So könnte z.B. – je nach aktueller Einschätzung – ein defensiver und flexibel agierendes Schwellenländeranleihenfonds oder auch ein value- und zyklisch orientierter europäischer Aktienfonds gekauft werden. Grundvoraussetzung ist natürlich immer, dass die Qualität des Managers stimmt.

Sowohl bei der Vorselektion von Fonds, die näher analysiert werden, als auch bei der Detailanalyse von Fonds werden Vergangenheitsdaten im ersten Schritt ausgeblendet. So kommen auch Fonds in Betracht, die in der Vergangenheit ihren Vergleichsindex nicht geschlagen haben. Ein Investment in so einen Fonds kann z.B. richtig sein, wenn der Manager inhaltlich sehr überzeugend ist und die Underperformance der Vergangenheit aufgrund des konsequenten Managementstils und der Marktbewegung gut erklärbar ist. Teilweise können auch Vergleichsindizes wenig brauchbar sein. Durch die Ausblendung von Vergangenheitsdaten soll auch der Gefahr vorgebeugt werden mit einer zu positiven Voreinschätzung in eine Analyse zu gehen.

Quantitativ gemanagte Fonds werden bei Meritum Capital grundsätzlich mit großer Skepsis betrachtet. Bevorzugt werden Fonds, bei denen einzelne Entscheidungsträger die Verantwortung tragen und quantitative Ansätze bestenfalls zur Unterstützung einsetzen.Der Grund liegt darin, dass Kapitalmärkte nach Einschätzung von Meritum Capital schwach bis mittelstark effizient (bezogen auf die Effizienzeinstufungen nach Fama) sind.Quantitative Modelle setzen letztlich auf bekannten und primär vergangenen Daten auf, die unterschiedlich analysiert und bewertet werden. Die Vielzahl der großenteils sehr qualifizierten Marktteilnehmer ermöglicht es aus Sicht von Meritum Capital nur schwerlich auf dieser Basis einen langfristigen und systematischen Mehrwert zu generieren. Vielversprechender scheint hier die zukunftsgerichtete und inhaltliche Analyse von Markttrends, Unternehmenspositionierungen, Managementqualitäten und mittelfristigen Prognosen zu sein. Die besten Manager im Markt sollten auf diese Weise in der Lage sein, das immer größer werdende Heer der passiven Anleger auch nach Kosten zu schlagen. Dies gilt zumindest in weniger effizienten und liquiden Märkten. Insofern tragen die besten Manager ihrerseits auch zur Markteffizienz bei, in dem sie keine oder nur wenig Alpha-Quellen für quantitative Manager übrig lassen.