Kasse als Anlageklasse und Risikomanagementtool

Aktive Fondsmanager legen i.d.R. Geld an, um z.B. einen bestimmten Index zu schlagen. Im Falle von sogenannten marktneutralen Produkten, absolute Return Fonds oder einiger vermögensverwaltender Fonds heißt die Vorgabe häufig auch, „einen Mehrertrag gegenüber der Geldmarktverzinsung“, also der Kasse, zu erzielen. Welches Ziel auch immer definiert ist, lautet ein häufiges Argument – gerade institutioneller Investoren, dass Kasse keine eigenständige Anlageklasse sei. Schließlich bekomme der Fondsmanager ja gerade ein Mandat, um aktive Risiken einzugehen. Kasse halten, könne der Anleger selbst.

Die Argumentation greift u.E. aber zu kurz. Denn letztlich erwartet der Anleger von einem Fondsmanager ein möglichst effizientes Chance-/Risikoprofil des Produktes. Wenn dazu nun auch der Einsatz von Kasse gehört, sollte der Fondsmanager nicht um dieses Mittel beraubt werden. Kritiker des Einsatzes von Kasse führen häufig an, dass es dabei letztlich immer um Markttiming-Entscheidungen ginge, die langfristig nicht systematisch zum Erfolg führen könnten. Wenn Fondsmanager kurzfristig große Kassebestände auf- und abbauen, weil sie einen Marktrückgang oder –Anstieg erwarten, mag dieses Argument gelten. Andererseits wird sich Kasse sehr häufig aber als ein einfaches Risikomanagementtool oder auch als Anlageklasse eignen. Dies gilt insbesondere bei Produkten mit vermögensverwaltenden Charakter und einem gewissen total oder absolut Return Anspruch. Insbesondere wenn ein Fondsmanager keine überzeugenden Anlageideen hat, sollte er nicht gezwungen sein, voll investiert zu sein. Bewertungen und Portfoliozusammensetzungen sind immer auch das Ergebnis von relativen Vergleichen. Attraktiv bewertete und/oder aussichtsreiche Anlagen sollen getätigt werden, und dabei ein insgesamt gutes Chance-/Risikoprofil im Portfolio gewahrt werden. Wenn ein Fondsmanager nun aber z.B. attraktive Bewertungen nur in Anlageklassen findet, die miteinander positiv korrelieren und/oder in Anlageklassen, die alle ein außerordentlich hohes Marktbeta (z.B. Bankaktien in einem Aktienportfolio oder Aktien in einem gemischten Portfolio) aufweisen, dann kann eine vernünftig gewählte Kasseposition helfen, das Portfoliogesamtrisiko zu begrenzen. In der Portfolioallokation wird stets nach Anlageklassen gesucht, die niedrig zueinander korreliert sind. Dabei werden dann häufig alternative Investments gewählt, die marktneutral sein sollen oder wegen ihrer Liquidität und/oder Bewertungsansätze (z.B. im Fall von offenen Immobilienfonds in Deutschland) eine geringe Korrelation zu anderen Anlageklassen aufweisen. Sollten solche Anlageklassen in der Tat einen überzeugenden Mehrwert aus Risiko- und Ertragsgesichtspunkten versprechen, ist ein Fondsmanager natürlich aufgefordert solch eine Anlage in dem Portfolio zu berücksichtigen. Andernfalls darf nicht vergessen werden, dass Kasse in der Tat eine unkorrelierte Anlageklasse ist, die zumindest mit Sicherheit keinen negativen Ertrag bringt. Abhängig vom Portfoliomandat sollte einem Fondsmanager der Einsatz von Kasse in einem vernünftigen Umfang erlaubt sein.

Meritum Capital versteht sich als eine Investmentboutique, die keinen Zwängen unterliegt und Fondsmanagern alles erlaubt, was unter Risiko- und Ertragsgesichtspunkten sinnvoll erscheint. Kasse als unkorrelierte Anlageklasse und Risikomanagementtool – z.B. im Falle hoher Bewertungen – gehört dazu.